Als Mattia im Mai 2018 kurz vor meinem 40. Geburtstag nach einem 9 monatigen Spitalmarathon nach Hause durfte, war mir zum Glück nicht bewusst, welche Reise auf uns wartet.
Die Freude Mattia endlich bei uns zu haben war riesig - das war das Wichtigste.
Einfach meinen Weg gehen
Ganz ehrlich, hätte ich all das im Voraus gewusst, ich hätte mir nie im Leben zugetraut, dass ich das schaffen werde. Es war so viel auf einmal. Zum Glück hatte ich auch immer wieder Menschen an meiner Seite, die an mich glaubten und mir Mut machten, einfach meinen Weg weiter zu gehen.
Es ist rückblickend so erstaunlich, welche Kraft in mir aktiviert wurde und nichts desto trotz, hat es bei mir körperliche Spuren hinterlassen, welche ich heute noch wahrnehme.
Ich schlage immer wieder neue Wege ein, um kraftvoll und genährt in meinem Köprer zu sein, damit ich voller Vertrauen meinen Weg gehen kann.
In diesen 8 Jahren haben wir so viele Höhen und Tiefen gemeinsam gemeistert und ich bin immer wieder sehr berührt und dankbar, dass wir als Familie gemeinsam den Weg der Liebe gehen und immer wieder bewusst hinschauen, auch wenn es nicht immer einfach ist, was jeder von uns braucht.
Ja, wir sind regelmässig gefordert hinzuschauen, klar zu kommunizieren, uns neu auszurichten und zu schauen, wer braucht was, damit wir als Familie gesund und gestärkt bleiben.
Eine intensive Prüfung für uns als Paar
Kurz bevor Mattia auf die Welt kam, verlor mein Mann ja seinen Job und ich würde sagen, dass war eine sehr intensive Prüfung für uns als Paar. Aus dem Nichts prallte so Vieles auf uns ein und wir mussten schauen, dass wir irgendwie klar und bewusst im Kopf bleiben. Ohne klare Kommunikation ging nichts.
Ja, es war sehr anstrengend. Nach hunderten von Bewerbungen schreiben, verlässt einem schon mal der Mut und wenn die Absagen immer gleich sind von wegen überqualifiziert oder zu alt (mit 40 ig) erst Recht.
So hatten wir innert Kürze zwei intensive Themen, welche uns herausforderten (Jobverlust = Existenzangst und Mattia im Überlebenskampf = Angst ihn zu verlieren) und ja, teilweise auch überforderten.
Es war für mich damals spannend, welche Menschen wir in dieser Zeit kennen lernten, welche für uns da waren und welche Wege sich trennten.
Ja, in solchen Lebensphasen lernst du dein Umfeld kennen
Es räumt von selbst auf und das ist im Nachhinein auch gut so. Ich möchte meine Zeit mit Menschen verbringen, die mich und meine Familie so lieben wie wir sind. Mich anpassen um geliebt zu werden, dass habe ich jahrelang gemacht und brauche ich nicht mehr.
Während dem Schreiben kommt so vieles wieder hoch, was ich dir erzählen möchte, denn es war in den letzten 8 Jahren einfach so viel was ich erlebt habe. Echt viel und ja, ich werde dich immer wieder mitnehmen und dir davon erzählen, weil ich dir Mut machen möchte, dass du so viel mehr bist als du dir vorstellen kannst.
Natürlich freue ich mich auch über deine Fragen, welche ich in meinem Schreiben miteinbeziehen kann, um dir noch mehr Mut zu machen und dich zu inspirieren, deinen eigenen Weg zu gehen, egal wie stolperig er gerade ist.
In Liebe
Claudia Kollros
